Glatz
Stadtgeschichte
Das „castellum kladsko” (tschechisch klada = Baumstamm) wird 981 als gegen Polen gerichtete hölzerne Burg des Böhmen-Fürsten (Slawnik vom Prager Domdekan). Nach der Untergang der Slawniks fiel Glatz an die böhmischen Przemysliden. Es wurde dauerndes Streitobjekt zwischen Polen und Böhmen und musste mehrere Belagerungen über sich ergehen lassen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Burg zu einem Schloss, das mehrfach umgebaut und letztendlich zerstört wurde. Dieser Stadtansatz wurde 1114 von den Polen unter der Anführung des böhmisch politischen Emigranten Fürst Sobieslaw zerstört. Fürst Sobieslaw, inzwischen schon Herrscher Böhmens, baute Glatz 1129 wieder auf. Gegen 1275 war Glatz eine Stadt nach Magdeburger Recht, später auch mit eignem Münzrecht. Seit dieser Zeit entwickelte sich die Stadt sehr schnell. Von Bedeutung waren die Tuchmacherei, die Leinweberei, verschiedene weitere Handwerke, die Bierproduktion und der Handel. Die herausragende Position der Stadt zeugte auch davon, dass die Dienstleistungen in anderen Städten des Glatzer Landes der Stadt Glatz unterstellt waren.
Eine wichtige Etappe in der Stadtgeschichte öffnet der Beschluss des bömischen Königs Georg von Podiebrad, der Glatz zu einer selbstständigen Grafschaft ernannte. Diese Gebiete hatten wichtige strategische Bedeutung, weshalb sie mehrmals in der Geschichte besetzt wurden. Auf die strategische Bedeutung der Stadt lenkte auch der preußische König Friedrich II. sein Augenmerk und ließ das Schloss in eine gewaltige Festung umbauen. Anfang des 17. Jahrhunderts war die Mehrheit der Einwohner protestantisch. Die Folgen des Krieges waren für die Stadt verheerend. Während des Krieges wurde die Mehrheit der Gebäude zerstört. Zu den Verwüstungen kam auch eine Pestepidemie. Viele Einwohner sind ums Leben gekommen und die Stadt wurde weitgehend entvölkert. Einige Jahre später brach Glatz erneut eine Pest aus, die 1500 Tote zur Folge hatte. Während der Schlesischen Kriege wurde Kłodzko mehrmals belagert. Anfang des 19. Jahrhunderts begann die Epoche der napoleonischen Kriege. Im Jahr 1807 belagerten die Franzosen die Stadt, die Festung wurde jedoch nicht besetzt. Glatz und die Festung blieben in preußischem Besitz. Der Verlust der militärischen Bedeutung der Festung in den 70 er Jahren des 19. Jahrhunderts machte sie zum Gefängnis. Eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Stadt stellte die Eisenbahn dar. Die Verbindung mit vielen niederschlesischen Städten (Breslau, Mittelwalde, Waldenburg, Bad Reinerz, Bad Kudowa) hatte einen bedeutenden Einfluss auf den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt.
